Presseberichte

Madiswil: Swing Voices  Jahreskonzert 2017

Bericht Unteremmentaler


ABBA und die Swing Voices für einen Musikabend besonderer Güte

Ohrwürmer  aus dem ABBA-Repertoire und Titel verschiedener Gruppen aus den 70-er Jahren bestimmten das mit 16 Liedern befrachtete Programm unter der bewährten Leitung von  Natalia Lehmann.
Etwas mehr Zeit, das Programm zu studieren ergab sich am Samstagskonzert in der Linksmäderhalle in Madiswil. In die Klänge des Chores, seiner choreigenen Solisten und der Begleitband einzutauchen musste um eine Viertelstunde verschoben werden, weil ein grösserer Unfall  vor den Toren von Madiswil  zu zeitraubender Umfahrung führte. 16 Titel in alphabetischer Reihenfolge im Programm aufgeführt, umschrieben das musikalische Angebot des Abends und „Don’t bring me down“ der britischen Pop-Band  Electrik light orchestra strahlte durch den Chor eine warme Konzertbegrüssung aus. Frisch und fröhlich gings mit Curtis Lee Lied „Under the moon of love „ mit der Solistin Luisa De Bastiani weiter. Sailer, die britische Popband fügte dem Programm „Girls, girls…“ bei, indem auch die etwas wenigen Männerstimmen  ihre „Girlfreude“ mit starkem Paukenschlag im Hintergrund voll zum Ausdruck brachten. Aus der gleichen Zeitepoche stammte auch der Kassenschlager „Hotel California“ der US- Country-Rock-Band  Eagels, mit dem überzeugenden Duett der Solistinnen Rebecca Bieri und Melissa Heiniger. Für Heiniger war es der erste Auftritt als Solistin in diesem Chor, den sie mit Bravour schaffte. Einen führenden Part zu diesem Stück leistete auch der Gitarrist Benjamin Sugden, der mit der Unterstützung seiner Kollegen an den andern Instrumenten und dem Chor einen krönenden Schluss des Stückes hinlegte. Dass in der Popmusik aus den 70-er Jahren unterschiedlichste Stilrichtungen geschaffen wurden, widerspiegelte sich auch im Stück der englischen Band  The Sweet „Love is like oxigen“ das  mit  einem choralähnlichen Einstieg  überraschte und sich zu einem poppigen Stil wandelte und mit einem intensiven und dennoch sanften Klang zu Ende ging. Auch in diesem Stück zeigte sich die Klasse des Chores und die für die einzelnen Lieder überzeugenden Arrangement der Chorleiterin zum Vorschein kamen. Durch das Programm führte mit viel Witz und Ueberraschungen einmal mehr Roberto de Simone. Er nahm die Gelegenheit wahr, den vollen Saal  mit Aufwärmübungen in Schuss zu bringen und ihnen mit einem minütigem Grinsen zu einem fröhlichen Lächeln zu  verführen. Ganze Arbeit leistete die ad-hoc- Band, die  der Moderator  mit ihren instrumentalen Stärken und der hervorragenden  Bandzusammenarbeit  vorstellen durfte.   Ueber schwarz-weisse  Tasten zauberte Crotti Aldo Staudenmann  am Piano farbenfrohe Musik in den Konzertraum, während Danny Hertach seinem E-Bass visionäre Klänge entlockte und  Billy La Pietra mit seinen Drums bestens für rythmische Ordnung auf der Bühne sorgte und die zwei Gittaristen  Benjamin Sugden und Jim Bows mit ihren klingenden Saiten den Gesang bestens zu begleiten wussten. Geradezu wörtlich nahm der Chor den Titel „D’ont stop me now“ der britischen Rockband Queen, denn die Sängerinnen und Sänger legten für diesen Song einen entfesselten Start hin, in dem sich die einzelnen Register in den Vordergrund stellen konnten. Die Männer übernahmen dann das Thema in  engelhafter Begleitung der Frauenstimmen. Melissa Heiniger und Gianmarco Cuddé prägten den Smokie-Titel „Living next door to Alice. Zurückhaltende, wie kräftige Teile lösten sich ab, während der Chor seine Begleitfunktion treffend übernahm. Selbst wenn man dem Text der Solisten nicht immer folgen konnte, so spürte man die Geschichte, die die beiden Solisten zu erzählen wussten.
Abba- Melodien
 Die herbstfarbenen Kleider des Chores wurden für den zweiten Teil des Konzertes mit weissen Blusen und Hemden ausgewechselt, um mit einem besonderen Outfit in die ABBA- Musik einsteigen zu können, die ja einen unverwechselbaren Stil hat, dem der Chor und die Solisten bestens gerecht wurden. Mit der Umsetzung der ABBA- Lieder von der Solisten- zur Chorfassung hat die Chorleiterin die Basis für den Erfolg der Swingvoices Interpretation geschafft. Bekannt ist, dass die zwei Frauen Agnetha und Anni-Frid  für den Klang des Quartetts und letztlich der Lieder verantwortlich waren und die beiden Männer, die Frauen in den Refrains voll unterstützt haben. Die ABBA-Lieder sind Produkte des Quartetts. Die Musik stammt aus der Feder  von Benny Anderson. Den Text dazu schrieb Biorn Uvaens. Das musikalische Rüstzeug  geht auf schwedische Volkslieder, den Beatles, Elvis Preslay und die Beach Boys zurück. Einen grossen Einfluss auf die musikalische Entwicklung der ABBA musste nach Wikipedia auch Mozart, Bach und Verdi gehabt haben.
Mit „Waterloo“, dem wohl bekanntesten Song der Gruppe, eröffneten die Swing Voices den zweiten Konzertteil  und fesselten damit die Zuhörer mit diesem Welthit. Den Titel „Ring, Ring…“  strahlte mit einem sofort erlebbaren vierstimmigen Klang  in den  Saal aus und entwickelte sich mit kontrastreichen Zwischenteilen  zu einem besonderen  Hörvergnügen. Geradezu intimen Charakter brachte dann das Lied „Knowing me, Knowing you“ in sanften Tönen vor rot leuchtendem Hintergrund  und ergänzt mit einem  bezaubernden Zwischenspiel der Gitarre. Einen durchaus königlichen Klang charakterisierte den Titel „Dancing Queen“  und imSong  „I have a dream“ wurden dessen Worte  durch den festlichen Chorklang  und der reizenden Instrumentalbegleitung mehr als unterstützt. Zu einem weiteren Höhepunkt führte der Auftakt durch das Klavier und der Einsatz der Solistin Rebecca Bieri im Stück „The winner takes it all“, das mit einer grossen musikalischen Hingabe des Chores und der Band zu Ende ging. Die hervorragende Zusammenarbeit aller auf der Bühne Stehenden brachte auch  „Thank you  for the music“ mit der führenden Solostimme von Luisa  De Bastiani. Auch das 15.  Lied des Abends strahlte von der Lust zum Singen und der starken Führung des Chors durch die Dirigentin Natalia  Lehmann. Fast paradox war denn auch die Aussage des Titel „Take a chance on me“, denn der Chor nahm sie wahr und speziell die Frauen bewiesen mit ihren gelösten Gesichtern, dass Singen zum Lächeln führt. Das haben übrigens auch die Chormänner gemerkt. Mit einem ABBA-Medley und den  drei Solisten Bieri, Felber und Cuddé endete das Konzert mit nachhaltigem Erinnerungsvermögen.
Es wird nun eine Weile dauern, bis Swing Voices wieder mit einem abendfüllenden Programm auftreten wird. Das wird im Frühjahr 2019 mit zwei zusätzlichen Jugendchören   der Fall sein.    

Melissa Heiniger und Gianmarco Cuddé in einem Smoki-Song

Moderator Roberto de Simone

Rebecca Bieri als Solistin mit Chorbegleitung


Unter-Emmentaler

18.11.2016

Oberaargau

Natalia Lehmann fordert und fördert die Swingvoices

Die Qualität halten oder gar noch zuzulegen, das prägte das diesjährige Konzert der Swingvoices in der Madiswiler Linksmähderhalle. Mit Hits unterschiedlichster Gruppen aus dem Bereich der Rock- und Pop-Musik der letzten 50 Jahre begeisterte der Chor sein grosses Publikum vorbehaltslos.

Madiswil · Zeitgenössische Musik im Rock- und Popstil mit nachhaltenden Erlebnissen bei den Zuhörer zu gestalten ist wahrlich keine leichte Sache. Der Swingvoices-Chor unter der Leitung von Natalia Lehmann schaffte dies aber in Madiswil bestens. Der Chor ging auf die Wünsche seiner Dirigentin ein, vom ersten bis zum letzten Lied.
Die Qualität zu halten und die Zuhörer noch weiter zu begeistern ist eine echte Herausforderung, welche die Dirigentin mit ihrem Chor eingegangen ist und bestens umzusetzen wusste.
Das Programm lebte von Highlights aus der Rock- und Popmusik der letzten 50 Jahre und berauschte die Zuhörer speziell durch die balladenartigen Stücke, welche durch die dem Chor und den choreigenen Solisten angepassten Bearbeitungen zum puren Hörvergnügen führten.

Gekonnte Zusammenführung von Chor und Musik
Die Stärken des 14. Konzertes der Swingvoices setzte die Dirigentin über die gekonnte Zusammenführung der Musik mit der Bewegung des Chores und der Solisten. Dies begann schon mit dem zurückhaltenden Aufbau des ersten Stückes «Tubthumping» aus dem Jahre 1997. Dass der Chor auch im A-capella-Gesang zu überzeugen wusste, zeigte sich zu Beginn des zweiten Liedes «Lemon Tree», das Volker Hinkel 1995 auf die Bühne brachte. Für einen schönen Einstieg ins dritte Lied «I only wanna be with you» sorgten die Instrumentalisten. Die Auftakte zu den einzelnen Liedern mussten der Dirigentin und Arrangeurin besonders am Herz gelegen haben, wie sich das auch im vierten Lied «At the Hop» über einen rassigen Einstieg auszeichnete und der Solist Res Oppliger den musikalischen Charakter überzeugend weiterführte und ebenso mit berauschendem Effekt vom Chor unterstützt wurde. Rhythmus und Bewegung standen im fünften Stück «Wake me uo before you go» von George Michaels Lied aus dem Jahr 1984. Hör- und sichtbares Ereignis prägten dann den Titel «Royals» von Lorde aus dem Jahre 2013. Dass eine Bassgitarre, gespielt von Danny Hertach, Emotionen zu wecken weiss, erlebten die Zuhörer im Einstieg zum Lied «What are you waiting» von Nickelbach, in dem die Bässe des Chors das Thema weiter brachten und mit viel Gestaltungskraft zu Ende führten. Mit dem Queen-Titel «Somebody to Love», in dem die Solistin Luisa de Bastiani die Führung mit unbegleiteten Takten übernahm, endete der erste Teil des Konzertes. Gianmarco Cuddè sorgte nach der Pause für einen überzeugenden Auftritt im gut textverständlichen Lied «Stay» aus dem Jahre 2010. Sein Solo wurde aktiv durch ein aufbauendes Fortissimo des Chores unterstützt und das Lied mit zarten Klavierklängen, gespielt von Martin Jufer, zu Ende geführt. Die Gunst, einen Titel von Elton John zu singen, kosteten Rebekka Gutschier und Sheena von Allmen mit dem Lied «I’m still standing» mit viel Temperament voll aus. Dem 1983 entstandenen Song folgte das Schlusslied aus dem Jahre 1967 vom dunklen Jackie Wilson mit «Higher and Higher». Vom Text her ein eher schmalziges Liebeslied, das sich aber mit dem Arrangement von Lehmann zu einem Leckerbissen mit spannendem dramaturgischen Aufbau entwickelte und die Klasse der Swingvoices nochmals unterstrich. Dazu setzte sich zu Beginn die Dirigentin ans Keybord und schaffte mit sachter Begleitung der Solistin Rebecca Bieri einen ergreifenden Einstieg in diese Liebesgeschichte, die aus dem Film «Ghostbuster II» stammte. Dabei nutzte Bieri ihre aussagekräftige Stimme voll aus und beendete ihr Solo mit der bestens dazu passenden Stimme von Lehmann.
Die Dramatik des Stückes steigerte sich dann mit dem Wechsel vom Keybord zum Einsatz der ganzen Band und dem Chor und schaffte mit diesem Lied den Höhepunkt des diesjährigen Konzertes.

Gut zu wissen
Nächstes Konzert der Swingvoices: Samstag, 26. November 2016, im Kulturzentrum Schützi, Olten.

Von Rolf Bleisch


Swing Voices in musikalischer Hochform
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Swing Voices in musikalischer Hochform
Bericht im "Unter-Emmentaler" vom 21. November 2015
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Grosse Begeisterung für "Swing Voices" in der Schützi
Bericht im Oltner Tagblatt vom 11. Dez. 2015
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